Leasingfaktor

Wenn Sie schon öfter online nach KFZ-Leasingangeboten geschaut haben, ist Ihnen sicherlich schon der Leasingfaktor aufgefallen, der von vielen Anbietern und Portalen verwendet wird.

Was drückt der Leasingfaktor aus?

In der Kurzform: Es wird der monatliche Leasingbetrag ins Verhältnis zum unverbindlichen Listenpreis des Herstellers gesetzt

Betrachtung nur anhand der reinen Leasingrate ohne Sonderzahlung und Überführung.

Monatliche Leasingrate: 170 Euro
UVP des Fahrzeuges: 25.000 Euro

Der monatliche Leasingbetrag Ihres Autos beträgt 170 Euro und der Listenpreis des Herstellers liegt bei 25.000 Euro, dann berechnet sich der Leasingfaktor im ersten Schritt recht einfach.
170/25.000*100 = 0,68

Weitere mögliche Kosten

Allerdings ist der monatliche Leasingbetrag oft nicht das einzige, das auf den Leasingnehmer als Kosten zukommt. Während viele gute Leasingangebote ohne Sonderzahlung auskommen, lassen sich Überführungskosten in den seltensten Fällen vermeiden. Hier ist es üblich geworden, dem Leasingfaktor eine zweite Betrachtung hinzuzufügen, die sich Gesamtkostenfaktor nennt. Während wir für die Berechnung des reinen Leasingfaktors nicht einmal die Laufzeit des Vertrages benötigen, brauchen wir diese Info zur Berechnung des Gesamtkostenfaktors.

Gesamtkostenfaktor bei folgenden Voraussetzungen (Leasingrate + Überführung).

Monatliche Leasingrate:170 Euro
Überführungskosten:
850 Euro
Laufzeit des Leasingvertrages: 24 Monate
UVP des Fahrzeuges: 25.000 Euro


Im ersten Schritt berechnet man nun die kompletten monatlichen Kosten, wobei die einmaligen Kosten rechnerisch auf die Laufzeit verteilt werden.
In diesem Fall die Überführungskosten. Bei 850 Euro und 24 Monaten Laufzeit beträgt die kalkulatorische monatliche Belastung in dem Fall:
850 Euro/24 Monate = 35,42 Euro pro Monat
Damit ergibt sich eine kalkulatorische monatliche Belastung von 205,42 Euro.

Monatliche Leasingrate:
170,00 Euro
Überführungskosten verteilt:
35,42 Euro
Gesamtkosten pro Monat:
205,42 Euro
Gesamtkostenfaktor: 205,42 Euro / 25.000 Euro *100 = 0,82

Gesamtkostenfaktor bei folgenden Voraussetzungen (Leasingrate + Überführung + Sonderzahlung).

Monatliche Leasingrate:
170 Euro
Überführungskosten: 850 Euro
Sonderzahlung:1.100 Euro
Laufzeit des Leasingvertrages:24 Monate
UVP des Fahrzeuges: 25.000 Euro

Folglich berechnen wir das nach dem gleichen Prinzip wie im vorherigen Beispiel. Einmalige Zahlungen werden rechnerisch auf die Dauer des Leasingvertrages verteilt, was dann so aussieht.

Monatliche Leasingrate: 170,00 Euro Überführungskosten verteilt: 35,42 Euro (850 Euro / 24 Monate) Sonderzahlung verteilt: 45,83 Euro (1.100 Euro / 24 Monate) Gesamtkosten pro Monat: 251,25 Euro
Gesamtkostenfaktor: 251,25 Euro / 25.000 Euro *100 = 1,005

Fazit: Überführungskosten und Sonderzahlungen können den Gesamtkostenfaktor beträchtlich erhöhen. Umso kürzer die Laufzeit auf die sie sich verteilen umso größer die Auswirkung.

Wie aussagekräftig ist der Leasingfaktor und hilft er mir wirklich weiter?

Der Leasingfaktor kann auf jeden Fall sehr aussagekräftig sein, wenn man einige Dinge beachtet, die Einfluss auf ihn haben, da man zum Beispiel nicht sagen kann, dass ein Leasingfaktor von 0,7 günstig oder teuer ist.

Darauf ist beim Leasingfaktor zum Beispiel zu achten:

  • Fahrzeugmodell
  • Fahrzeugtyp
  • Hersteller
  • Sonderaktionen
  • Zeitpunkt
  • Staatliche Prämien
  • Inzahlungnahmen
  • Gewerbe/Privat

Fahrzeugmodell:

Ein sinnvoller Vergleich kann hier nur erfolgen, wenn man das gleiche oder sehr ähnliche Modelltypen vergleicht. Ein Grund kann hier z.B. eine völlig andere Kalkulation des Herstellers sein, wenn Sie ein günstiges Massenmodell mit einem deutlich selteneren Premiummodell vergleichen.

Fahrzeugtyp:

Auch zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen kann der Leasingfaktor extrem schwanken, so dass hier die Größe des Faktors überhaupt nichts aussagt. Kleintransporter z.B. werden oft mit Leasingfaktoren von 0,3 oder darunter angeboten, das bedeutet aber nicht, dass ein Kleinwagen mit 0,5 nun teuer sein muss.

Hersteller:

Die Preispolitik eines Herstellers kann einen enormen Einfluss auf den Leasingfaktor haben. Hier ist es tatsächlich so, dass ein Faktor von 0,8 beim einen Hersteller schon ein gutes Angebot ist, während ein Faktor von 0,6 bei einem anderen Hersteller schon eher zum Mittelmaß zählt.

Sonderaktionen:

Auch verschiedene Sonderaktionen von Seiten der Hersteller zur Umsatzsteigerung oder dem Abverkauf von Überproduktionen oder beim Modellwechsel führen des Öfteren zu besonders günstigen Leasingangeboten. Oder ein Händler erhält spezielle Boni bei Erreichen eines bestimmten Umsatzzieles und reduziert dafür seine Marge, um dieses Ziel zu erreichen.

Staatliche Prämien:

Durch Zuschüsse vom Staat kann der Leasingfaktor extrem beeinflusst werden, sei es nun eine Verschrottungsprämie, eine Elektroprämie oder was auch immer. Hier sind 2 Dinge zu beachten:

  • Das Kleingedruckte genau lesen, ob man die Prämie tatsächlich in Anspruch nehmen kann.
  • Beachten, dass es ein Sonderfaktor ist, ein höherer Leasingfaktor z.B. in einem Jahr, bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Angebot schlecht ist, wenn es keine staatlichen Prämien mehr gibt. Zu diesem Zeitpunkt kann es das beste Angebot sein, das Sie finden können.

Inzahlungnahmen:

Auch die Abgabe eines älteren Fahrzeuges, welches der Händler in Zahlung nimmt, kann den Leasingfaktor positiv beeinflussen. Hier gibt es mehrere Varianten. Der Händler möchte seinen Umsatz steigern und zahlt Ihnen einen etwas höheren Preis, als Sie z.B. nach der Schwacke-Liste erzielen könnten. Das Fabrikat kann hierbei unerheblich sein. Oder Sie erhalten eine sogenannte Eroberungsprämie, die der Händler oft vom Hersteller Ihres neuen Autos quasi als Subvention erhält. In diesem Fall müssen Sie ein Fahrzeug in Zahlung geben, das nicht zu den Fabrikaten des neuen Herstellers gehört. Das kann eine einzelne Marke betreffen oder firmengruppenübergreifend gelten. Hier ist bei den Bedingungen genau darauf zu achten, ob der Fall auf sie zutrifft.

Gewerbe / Privat:

Wer des Öfteren Leasingdeals anschaut, dem ist sicher schon aufgefallen, dass viele Angebote nur für Gewerbetreibende gelten und oft auch günstiger sind, als das gleiche Auto eine Privatperson kostet. Das gilt auch, wenn man die Bruttobeträge (inkl. MwSt.) vergleicht. Da Gewerbetreibende die Hauptzielgruppe des KFZ-Marktes ausmachen und Leasing dort sehr verbreitet ist, geben viele Hersteller einen Bonus an ihre Händler, wenn der Kunde ein Gewerbetreibender ist, da diese Zielgruppe wohl lukrativer als Privatkunden ist.

Zeitpunkt:

Abhängig von diesen verschiedenen Faktoren, kann es durchaus vorkommen, dass man ein unglaublich gutes KFZ-Leasingangebot sieht, das aber nur temporär ist und in der Folgezeit nicht mehr zu erhalten ist. Das bedeutet aber nicht, dass ein aktuelles Angebot das etwas teurer ist nicht sehr gut sein kann. Wichtig für Sie ist, das beste Angebot zu dem Zeitpunkt zu finden zu welchem Sie das Auto benötigen.

Fazit: Viele Faktoren haben Einfluss auf den Leasingfaktor und es gibt Einiges zu beachten, um richtig vergleichen zu können. Aber: Wir machen das für Sie. Bei uns gelistete Deals gehören zu den besten Deals, die Sie zu diesem Zeitpunkt für das von Ihnen gesuchte Modell finden können.